Kurt Beck bedauert verpasste Chance in Afghanistan
Der Landesvorsitzende der rheinland-pfälzischen SPD Ministerpräsident Kurt Beck bedauert, dass die internationale Staatengemeinschaft nicht schon vor drei Jahren den von ihm geforderten Dialog mit gemäßigten Taliban in Afghanistan gesucht hat. Dem Spiegel gegenüber sagte Beck, dass zum damaligen Zeitpunkt die „Zeit reif dafür gewesen“ sei, die Chance aber vertan wurde.Bereits 2007 hatte Kurt Beck vorgeschlagen, mit gemäßigten Taliban zu verhandeln und dafür viel Kritik aus den Reihen der CDU geerntet. Heute sieht sich der rheinland-pfälzische Ministerpräsident in seinem damaligen Kurs auch durch die Afghanistan-Konferenz und durch die beteiligten Regierungen bestätigt, suchen sie doch eben jene Gespräche mit den gemäßigten Taliban.
Dass Gespräche nötiger denn je seien, mache auch die Lage vor Ort immer wieder deutlich. Diese habe sich weiter zugespitzt und die Kontrahenten in Afghanistan stünden sich noch unversöhnlicher gegenüber. Daher werde die Zeit für eine solche politische Lösung langsam knapp, wenn man bei dem Ziel bleiben wolle, die internationalen Truppen in naher Zukunft weitgehend abzuziehen, so Beck in dem am Montag erscheinendem Magazin Spiegel.
Schon 2007 seien Experten der Meinung gewesen, dass es klug wäre, keine geschlossene Front in Afghanistan gegen sich zu haben, erinnerte Beck. Man hätte den Umstand nutzen können, dass es sich bei den Taliban um „sehr unterschiedliche Kräfte“ handele. Damals hatte sich sowohl der amtierende christdemokratische Verteidigungsminister Franz Josef Jung als auch sein Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg von der CSU vehement dagegen ausgesprochen.
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